Radsport

Mit dem Bike ”auf den Spuren der Walser”

Harald Martin und Erik Maier wandelten vom 19.6. bis 25.6.2010 mit dem Mountainbike auf den Spuren der Walser und legten dabei in 7 Tagen 450 km und 14.000 Höhenemter zurück.









Innenhof vom Stockalperschloss in Brig

Um das 14. Jahrhundert begannen die Walser aufgrund des wachsenden Bevölkerungsdrucks und geringer Anbaufläche vom Kanton Wallis in verschiedene Richtungen auszuwandern. Viele der ausgewanderten Walser siedelten sich in Vorarlberg an. Im Herbst 2009 hatten Harald Martin und Erik Maier (beide API Bludenz) die Idee, diesen Weg ihrer Vorfahren mit dem Bike nachzufahren.

Ein Erlebnisbericht von Erik Maier:

„Gestartet sind wir mit 5 weiteren Kollegen am 19.06.2010, gegen 14:00 Uhr in Brig (CH). Nach einem herzlichen Empfang durch die Stadtkappelle Brig, führte die erste Etappe nach Ulrichen.









Auf dem Weg von Ulrichen Richtung Nufenen- und Griespass

2. Tag:
Am 20.06.2010, gegen 08:30 Uhr fuhren wir von Ulrichen (1346m) über den Griespass (2479m, -1 Grad, Schneefall) nach Airolo (1175m) im Kanton Tessin. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 5° C. Mehr oder weniger war die Tour von Tragepassagen über Schneefelder oberhalb von 2000m geprägt.









Unwirtliche Bedinungen auf dem Griesspass zwischen Wallis und Tessin

3. Tag:
Am 21.06.2010, gegen 08:30 Uhr fuhren wir von Airolo (1174m) über den Passo dell’ Uomo (2218m) und den Lukmanierpass (1915m) nach Meierhof (1281m). Wieder hatten wir mit schwierigen Wetterbedingungen zu kämpfen, die eh schon niedrigen Temperaturen wurden durch Sturmböen noch verstärkt.



















4. Tag:
Am 22.06.2010, gegen 08:15 Uhr fuhren wir von Meierhof über die Alp Nova (2075m) nach Vals (1255m), von dort über den Tomülpass (2450m) nach Safienplatz (1315m). Auf dem Tomülpass herrschten wieder äußerst schlechte Bedingungen und Neuschnee und Kälte machten uns erneut sehr zu schaffen.









Gute Bedingungen sehen wirklich anders aus.









Der Tolmülpass (auf 2450m) ist erreicht und es geht wieder bergab – durch den Neuschnee

5. Tag:
Am 23.06.2010 lag die härteste Tour vor uns. Wir starteten in Safienplatz (1315m) gegen 08:00 Uhr Richtung Glaspass (1846m). Von dort fuhren wir nach Obermutten (1863m) und weiter nach Monstein. An diesem Tag hatten wir erstmals Sonnenschein und angenehme Temperaturen.









Bei schönem Wetter ist es dann doch gleich was anderes…

Wir legten ca. 80 km zurück und machten bergwärts mehr als 3000hm. Gegen 20:30 Uhr erreichten wir trotzdem gut gelaunt, nach einer ca. 2-stündigen Schiebepassage unser Etappenziel Monstein (1626m).









 
6. Tag:
Am 24.06.2010, gegen 09:00 Uhr, starteten wir von Monstein (1626m) aus, auf einem Höhenweg in Richtung Davos (1560m). Von dort fuhren wir nach Küblis (814m) und weiter nach St. Antönien (1459m).









 
Nach der Überquerung von letzten Schneefeldern erreichten wir bei herrlichem Sonnenschein gegen 17:00 Uhr das Tilisunajoch (2230m). Auf der Tilisunahütte (2211m) kamen wir gegen 17:30 Uhr an.















Ein letztes Mal über Schneefelder…

7. Tag:
Nach einer letzten Hüttennacht fuhren wir am 25.06.2010 über Laz (970m), weiter über das “Steinle” nach Raggal (1013m), ehe wir schließlich unser Tourziel Sonntag (888m) im Großen Walsertal erreichten. Dort wurden wir anlässlich des “Internationalen Walser Musikantentreffens” empfangen.

Auf ihrem Weg vom Wallis ins Große Walsertal legten Harald Martin und Erik Maier in einer Woche 450 Kilometern und rund 14.000 Höhenmetern zurück, dementsprechend zufrieden fiel auch ihre Bilanz aus:

“Die Biketour war für uns alle ein tolles, beeindruckendes und sicherlich unvergessliches Erlebnis. Geprägt wurde die Tour in den ersten 4 Tagen durch das kalte Wetter und die vielen Tragepassagen. Ab dem 5 Tag wurden wir aber doch noch mit Traumwetter und Traumpanoramen belohnt. Obwohl auch Wetterfestigkeit zu einem richtigen Biker gehört, bei schönem Wetter ist es halt doch was anderes. Besonders der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe war über die ganzen 7 Tage hindurch vorbildlich. Jeder der Teilnehmer trug mit viel Verständnis und Rücksichtnahme auf den anderen dazu bei. Auch die technischen Pannen hielten sich in Grenzen. Außer dem üblichen Quietschen der Scheibenbremsen gab es nur einen Platten.”









Ein unvergessliches Erlebnis…