Leichtathletik

Ironman 70.3 WM Florida – ein Erlebnisbericht

Am 14.11.2009 erfüllte sich Bertram Kieln der PI Bludenz einen ganz besonderen Traum: Einen WM-Start im Ironman! Hier sein Erlebnisbericht aus Clearwater (Florida)



DIE QUALIFIKATION

Ich hatte mich im Mai, beim Ironman 70.3 in St Pölten, für die Teilnahme an den Ironman 70.3 World Championship 2009 in Clearwater Beach / Florida über die Ironman 70.3 Distanzen von 1,9km swim, 90km bike und 21km run, am 14.11.2009 qualifiziert.








 

Über den Wolken…


ANREISE UND VORBEREITUNG


Nach einer längeren Anreise und einigen Unannehmlichkeiten beim Einchecken der Bikes am Airport Frankfurt kam ich am 12.11.2009 aber doch noch in Florida an. Schon beim Verlassen des Airportgebäudes schlug mir die schwüle Wärme entgegen. Jedenfalls fühlte es sich für mich als bodenständigen Bludenzer so an. Tatsächlich herrschte in Florida, aufgrund der Ausläufer von Hurricane Ida, eher schlechtes Wetter mit lediglich 25 Grad!!








 

Am Strand von Clearwater Beach

Die Tage vor dem Wettkampf konnte aufgrund der meterhohen Wellen und kalten Wassertemperaturen ( 17 Grad ) niemand im Golf von Mexiko schwimmen trainieren. Daher wurde auch die WM-Schwimmstrecke von den Veranstaltern ins Hafenbecken von Clearwater Beach verlegt. Gut was die Temperatur sowie den Wellengang betraf, schlecht hinsichtlich der Wasserqualität.








 

Blick aus dem Hotelzimmer auf das stürmische Meer

Die Radstrecke konnte ich auch nur teilweise mit dem Auto besichtigen. Ganz ehrlich, ich habe mich unzählige Male verfahren und hab`s dann einfach aufgegeben.








 

Ein kleiner Vorgeschmack, was die Radstrecke so zu bieten hat…

Am Vortag des WM Laufes fand dann auch die überaus pompöse Begrüßungsveranstaltung in amerikanischem Stil mit Marinechor, Salutschüssen, Flaggenparade und natürlich der Hymne auf SandKey Island, direkt am Sandstrand statt. Echt gut, mir fielen fast die Augen aus dem Kopf, vor Staunen.


DER WETTKAMPFTAG

Am 14. November 2009 um 07:15 war es dann endlich soweit: Der Start zur Auftaktdisziplin über 1,9km Schwimmen stand bevor. Es durfte sich außer den Profis niemand im Hafenbecken Einschwimmen. Die angegebenen Startzeiten waren wohl der lockeren Atmosphäre zum Opfer gefallen. Ich stand jedenfalls in meiner Altersgruppe im hunderte Meter langen Einlasskanal und wartete auf das Startsignal.


DAS SCHWIMMEN

Plötzlich ging alles sehr schnell und ich stand im Wasser. Es drängten immer noch Athleten meiner Altersklasse ins Wasser, die zu meinem Erstaunen sofort losballerten wie verrückt. Vermutlich aufgrund der frühen Morgenstunden und des Umstandes, dass ich die Nacht vor dem Wettkampf kein Auge vor lauter Nervosität zugebracht hatte, dauerte es nach Angaben meiner Frau sicher 1 Minute, bis ich überrissen hatte, dass ich mit dem Betreten des Wassers schon den Schwimmstart ausgelöst hatte und einfach nur losschwimmen musste.

Das kalte und vor allem salzige Wasser überraschte mich. Ich war ja schon 2 Jahre nicht mehr im Meer geschwommen und vor dem Wettkampf hatten wir aufgrund der Bedingungen keine Möglichkeit zum Trainieren. Irgendwie habe ich das Schwimmen hinter mich gebracht, allerdings habe ich einiges an Salzwasser mit Ölgeschmack verschluckt – naja.



DAS RADFAHREN

Der Wechsel aufs Rad verlief eigentlich problemlos und ich fuhr mein gewohntes Tempo los. Allerdings bemerkte ich gleich, dass etwas nicht ganz stimmen kann, denn ich wurde ständig überholt. Also entschied ich mich noch härter zu fahren, ich war ja bei einer WM und dort muss man alles geben. Ich habe auf dem Rad echt reingetreten wie ein Verrückter und konnte die 90km in für mich unglaublichen 2h 15 min herunterspulen. Das entspricht einem Schnitt von 39,9km/h!

Mittlerweile war es auch recht heiß geworden, lt Angaben meiner Frau zwischen 33 und 35 Grad. Die Rechnung für meine Harakiri Aktion auf dem Rad bekam ich auch prompt beim abschließenden Marathon präsentiert.



DAS LAUFEN

Ich konnte kaum noch laufen. Die enorme und ungewohnte Hitze, die steile Brücke, es war echt hart. Erschwerend kam noch hinzu, dass die Zuschauer mich mit Worten: „You look great, great job” usw. anfeuerten, während mich 50- bis 60-jährige überliefen. Ich habe mich geschämt, wie selten zuvor.








 

Endlich im Ziel: Völlig Fertig und doch glücklich!

Naja – es waren halt die weltbesten älteren Semester, aber trotzdem…
Dafür war mein Urschrei beim Überlaufen der Ziellinie wahrscheinlich bis nach Mexiko zu hören.



DIE BILANZ

Über die Schwimmzeit von 35 min und die Halbmarathonzeit von 01:40 h breiten wir den Mantel des Schweigens. Dafür konnte ich meine persönliche Bestzeit auf dem Rad gleich um 20 Minuten und meine persönliche Gesamtbezeit um 8 Minuten verbessern.








 

Die Erschöpfung ist der Freude über die erbrachte Leistung gewichen!

Am Abend kam dann noch die Awards Zeremonie, wieder auf SandKey Island, es war einfach nur wunderschön. Ich habe mir meinen Traum von einer Teilnahme an der WM und dem Finish dort erfüllt und eines meiner großen Ziele erreicht. Ein wunderbares Gefühl, dass ich bei der anschließenden Floridarundreise noch sehr genossen habe.








 

Verdiente Erholung an den kilometerlangen Stränden Floridas

Bertram Kieln:
swim (1,9km) 00:35:59 h | bike (90km) 02:15:56 h | Run (21km) 01:40:16 h | Gesamt: 04:38:45h




Bericht über die Vorbereitung von Bernhard Kieln
Der PSVV-Liveticker zum Nachlesen