Am 29. August 2009, 16:00 Uhr, startete Markus Klocker zum ersten mal bei einem Ultralauf (> 42,195 km) – nämlich beim 24-Stunden-Lauf in Wolfenbüttel (D)!
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| 16:00 Uhr: Der Startschuss erfolgt und manche könnens kaum erwarten… |
Wolfenbüttel, eine Kleinstadt in Niedersachsen (nähe Braunschweig), war Austragungsort des kleinen und familiären 24-Stundenlaufs, den sich Markus Klocker (LPK, Logistikabteilung) für sein Ultra-Debüt ausgesucht hat. Was ihm selbst noch im Mai 2009 völlig unmöglich erschien, nämlich 100 km am Stück zu laufen, war das Hauptziel, das Markus bei seinem Abenteuer verfolgte.
Wer sich nun fragt, wie verrückt man sein muss, um sich das anzutun, noch ein Detail am Rande: der Lauf wurde auf einer 400m-Tartanbahn ausgetragen. Alle 6 Stunden erfolgte ein Richtungswechsel.

~19:00 Uhr: Die Sonne steht immer tiefer, aber Markus hat noch leicht lachen
Die Veranstaltung fand in sehr familiärem Rahmen statt. Für die meisten Teilnehmer zählte nur der Spaß am Laufen, ganz wenige hatten extrem ambitionierte Ziele.
Nach einigen Startschwierigkeiten und sehr zähem Beginn, lief es nach einem Schuhwechsel nach 24km deutlich besser. Für die Verpflegung waren die Läufer selbst verantwortlich. Es wurden jedoch ausreichend Iso, Wasser und heiße Suppenbrühe in Kanistern zur Verfügung gestellt. Ich habe das Angebot für mich noch durch ein paar Bananen, Früchte- und Kornriegel, sowie KitKat-Schokoriegel ergänzt.
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| ~01:00 Uhr: Markus verfolgt vom späteren Sieger (= 228km!) |
Nach 4:35 h kam der erste große Augenblick. Ich lief erstmals in meiner Läuferkarriere über die Marathondistanz hinaus und begab mich somit auf unbekanntes Terrain. Jetzt konnte das Abenteuer richtig beginnen. Inzwischen war der Laufrhythmus auch gefunden und in schöner Regelmäßigkeit spulte ich Runde um Runde ab und streifte dafür Gummibändchen für Gummibändchen als Nachweis ein.
Nach ca 10:42 Stunden habe ich schließlich die 250. Runde vollendet und die 100 km waren geschafft! Ein sehr abstrakter Moment, weil ich zu diesem Zeitpunkt die vollbrachte Leistung gar nicht realisiert habe. Nach einer SMS-Pause (das Wörtchen “Ich” ins Handy zu tippen war zu diesem Zeitpunkt deutlich schwieriger, als gedankenlos im Kreis zu laufen) ging es dann in die 12. Stunde.
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| ~08:30 Uhr: Am Sonntagmorgen… Der Läufer im Hintergrund hat übrigens nicht den letzten Richtungswechsel verpasst, er lief rückwärts!! |
Ab nun war für mich alles nur noch Zugabe. Nach 12 Stunden standen 108,4 km auf meinem Wettkampfblatt. 271 Gummibändchen hatte ich gesammelt und wieder abgegeben, Zeit für eine kurze Dusch- und Schlafpause.
Nach drei Stunden Schlaf lief es dann anfangs wieder ganz gut. Aber nach einer weiteren Halbmarathon-Distanz, unterbrochen von einer Frühstückspause mit frischen Brötchen, hielt sich der Spaß am Laufen dann doch sehr in Grenzen. Bei 130 km ließ ich es daher auch gut sein und feierte mit meinen LaufkollegInnen. Grillparty war angesagt. Die letzten Minuten wollte ich dann noch einmal mitlaufen.
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| ~14:55 Uhr: Nach 4 Stunden Pause ging es ins Finale, noch ein Schluck Cola und los… |
Angestachelt von der ernormen Willensleistung, die von manchen Läufern auf der Bahn erbracht wurde, raffte auch ich mich zum Finale dann doch früher auf und spulte in der letzten Stunde noch einmal 12 km ab. 355 Gummibändchen und 142 km später lief ich nach 24 Stunden dann das letzte Mal über die Startlinie.
Die Bilanz, zwei Tage später:
“Wenn mich auch gestern noch vorwiegend der Schmerz daran erinnert hat, so ist es heute nur noch die Freude darüber, was ich am Wochenende geleistet habe! Wirklich realisiert habe ich die gelaufene Distanz noch nicht! Es ist faszinierend, wozu unser Körper fähig ist!”
Ein paar Fakten am Rande:
- Der Sieger lief in 24 Stunden 570 Runden und 228 km.
- Der älteste Teilnehmer war über 70(!) und erreichte 164,8 km.
- Seine 69-jährige Frau schaffte 138,8km.
- Alle drei haben nie pausiert!
- Der Sieg bei den Jüngsten TeilnehmerInnen ging an ein 7jähriges Mädchen, das über die 24 Stunden verteilt 30(!) km gelaufen ist!
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