Leichtathletik

Slot für IRONMAN 70.3 WM in Florida erkämpft

Am 24.05.2009 war Bertram Kieln zum 2. mal beim IRONMAN 70.3 Austria in St. Pölten am Start. Gemeinsam mit 400 AK-Athleten kämpfte er dort um ein WM-Ticket…





Ironman 70.3 heißt in drei Disziplinen insgesamt genau 113km, oder eben 70.3 Meilen, zurückzulegen. Nämlich: 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen. Die IRONMAN 70.3 WM in Clearwater/Florida gibt es erst seit 2006, den IRONMAN 70.3 Austria in St. Pölten erst seit 2007. Rund 2500 Athleten waren am Start, als um 7:45 Uhr der Startschuss für die AK M40 mit Bertram Kieln ertönte.








Bertram beim Wasserausstieg und Einlauf in Transmitionarea 1

Nach dem “Gemetzel” beim Schwimmstart – 400 Athleten schlagen rücksichtslos um sich – einigem Seewasser im Magen und diverser Orientierungsprobleme dank der tiefstehenden Morgensonne, wechselte Bertram nach für ihn bescheidenen 34:20 min Schwimmzeit auf das Rad.

Der Rad-Split verlief deutlich besser und Bertram legte die mit rund 600 Höhenmetern gespickte und 90 km lange Radstrecke in 2:37:08 h zurück, das entspricht 34,5 km/h im Schnitt! Er war damit auch rund eine Minute schneller als im letzten Jahr.








Bertram macht entlang der Donau ordentlich Druck auf die Pedale

Der abschließende Halbmarathon bietet den Athleten mehrere Passagen durch die 4.000 Zuschauer fassende Event-Arena, für Stimmung ist also gesorgt. Bertram wuchs dabei über sich hinaus und lief die 21,1 km in 1:29:01 h, was einem Schnitt von 4:13 min/km entspricht! Gegenüber 2008 steigerte er seine Laufleistung damit gleich um über 8 Minuten!

Mit der Endzeit von 4:46:09 und dem 30. Rang in seiner AK ergatterte sich Bertram schließlich einen der so begehrten 50 Slots für die Ironman-WM 2009 in Clearwater/Florida, als das lang ersehnte WM-Ticket!

Ergebnisse Bertram KIELN (M 40):






















SWIM: 34:20 min 1,9 km
BIKE: 2:37:12 h 90 km, 600 HM
RUN: 1:29:01 h 21,1 km
GESAMT: 4.46.09 h 30. Rang von 353 in seiner AK
    (228. Rang von insgesamt 2387)




Ab hier der Wettkampfbericht von Bertram Kieln:

“Ich begann 1993, aufgrund meines starken Übergewichtes und eines Berichtes über den 3-fach Langdistanztriathlon in Grenoble, als Nichtschwimmer mit dem Triathlonsport. Seither habe ich 9 Ironman und unzählige Mitteldistanz-, Kurz- und Sprint-Triathlons bestritten. Auch eine Herzmuskelentzündung im letzten Jahr, brachte mich nicht von meinem eigentlichen Ziel ab. Denn der eigentliche Auslöser meiner Triathlonsucht war immer mein Traum, es mit meiner sportlichen Leistung zur WM-Teilnahme zu bringen.

 

Am Sonntag den 24. Mai war es dann nach der langen und sehr intensiven Trainingszeit soweit, ich stand am Start des Ironman 70.3 ( 1,9km swim, 90km bike, 21km run ) und war bis zur letzten Muskelfaser konzentriert und auf eine gute Zeit, für einen Slot zur WM, fokusiert.

 

Leider wurde die Teilnehmerzahl vom letzten Jahr auf heuer um 1200 weitere Teilnehmer aufgestockt, daher gab es auch beim Start meiner Altersgruppenwelle um 07:45 Uhr mit 400 Altersklasseathleten ein Gemetzel im Wasser. Zum ersten Mal bekam ich wirklich Prügel,verschluckte auch noch einiges an Wasser und hatte wegen der stark blendenden Morgensonne starke Orientierungsprobleme im Wasser.

 

Nach der Schwimmstrecke konnte ich aber dennoch recht flott aufs Rad wechseln und kam ganz gut in Tritt. Die ersten 20km der Radstrecke führten über die gesperrte Autobahn S33, danach ging’s, gegen den immer stärker werdenden Gegenwind, durch die Wachau entlang der Donau. Ich hatte geplant, mir bis zum 8km langen und bis zu 12 Prozent steilen Anstieg nach Gansbach, einige “Energieperlen” aufzubewahren, damit ich den Weg zurück in die 2. Wechselzone auch noch gut Druck auf das Pedal bringen kann. Mein Plan ging auf und ich konnte die T2 ( Transitionarea 2 ) nach 2:37:08 h für die 90 km erreichen.

 

Der 2 Wechsel vom Rad in die Laufsachen ging danach wie von selbst und was danach für ein Programm ablief – ich kann`s selber noch nicht glauben – ich lief den Halbmarathon ( 21 km ) mit einem Schnitt unter 4:15 min/km – und kam somit auf eine Laufzeit von 1:29:01 h ins Ziel.  Ich habe einfach den ultimativen Tag erwischt und konnte mich quälen wie noch nie in meinem Sportlerleben bislang …

 

Am Abend bei der Slotvergabe für die Weltmeisterschaften in Clearwater / Florida bekam ich dann das sportlich wohl größte Geschenk meines Lebens – das WM-Ticket.

  

Tja ich hab den Slot, aber verarbeitet habe ich das Ganze noch nicht, dazu bin ich einfach zur Zeit zu kaputt, wird aber wohl noch kommen… Ach ja und wisst ihr, wer mir den Slot für die WM übergeben hat? Macca himself (Chris McCormack, IRONMAN Champion 2007 Hawaii, Sieger unzähliger IM weltweit und bester Triathlet der Welt zur Zeit) – Foto als Beweis…”








Bertram mit Chris McCormack