Leichtathletik

Bericht von der Teilnahme am Ironman in ROTH

Am 24.06.2007 starteten Michael Denifle (PI Frastanz) und Bertram Kieln (PI Bludenz) zur 2007er-Ausgabe des legendären Ironman in Roth…


Ein Ironman-Triathlon bedeutet: 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und abschließend wartet noch die Marathondistanz  – 42,195 km – im Laufen.

Während Michael Denifle erfolgreich gefinisht und mit einem tollen Wettkampf die Traummarke 10:00:00 Stunden nur um lächerliche 1:27 min verpasste hat, lief es für seinen Freund und Trainingspartner Bertram Kieln leider gar nicht gut.

Bertram zog sich nach wenigen Kilometern auf dem Rad einen Muskelfaserriss zu und musste nach 20km Radstrecke, für die er so gehandicapt 55 Minuten brauchte, entäuscht einsehen, dass es so keinen Sinn macht.

Ergebnis von Michael Denifle, StrNr 1138, AK M30:

























Gesamtrang:

242

Platz (AK):

61

 

 

SWIM:

 01:08:46

BIKE:

 05:13:04

RUN:

 03:33:29

TOTAL:

 10:01:27












Erlebnisbericht von Michael Denifle:

Um 07:05 Uhr fiel für mich und die insgesamt 2650 Einzel- und 1590 Staffelstarter der Startschuss beim größten Langdistanztriathlon der Welt auf der legendären Strecke im fränkischen Roth. Mein langjähriger Trainingspartner und Freund Bertram KIELN von der PI Bludenz stand mit mir am Start.




Der Schwimmstart, wie immer hier ein Wasserstart, verlief nicht gerade nach meinem Wunsch. Tritte, Stöße, Schläge, dichtes Gedränge und teilweise starke Strömungen waren nicht leicht zu bewältigen und so kam ich etwas angeschlagen, mit reichlich Wasser im Magen, nach 1 Stunden und 8 Minuten aus dem Main-Donaukanal.


Nach einer schnellen Wechselzeit war ich aber wieder voll motiviert und freute mich schon auf die folgenden 180 Radkilometer. Nach kurzer Strecke fuhr ich auf Bertram auf, der offensichtlich Probleme hatte. Er musste leider kurz darauf verletzungsbedingt aufgeben. Für mich lief es auf der ersten von zwei Runden, bei sonnigen und windstillen Verhältnissen, wieder nach Plan. 36er Schnitt!

Nach Greding hinauf und dann nur noch den Hexenkessel am Solarer Berg mit seinen ca. 40.000 Zuschauern, um nur zwei von etlichen Highlights in diesem Rennen zu nennen, unvorstellbar. Man kann nicht beschreiben, was sich auf einer solchen Runde alles ereignet. Gänsehaut².

Doch die 2. Runde hielt bereits ihre Überraschung bereit. Aufkommender teilweise starker Wind und der Gedanke an den nachfolgenden Marathon fühlten sich nicht gerade angenehm in der Magengegend an. 5 Stunden 13 Minuten, ein 34,5er Schnitt sollte es am Ende nach 180 km und 1400 Hm auf dem Rad gewesen sein. Zufrieden, trotz des ständigen windigen Begleiters, stieg ich vom Rad und wechselte abermals in kürzester Zeit auf den letzten Teil des Wettkampfes, den Marathon.


Eigentlich schon etwas abgekämpft stellt man sich spätestens beim anlegen der Laufschuhe die Frage: „Wie gehe ich das jetzt bloß an“. Zum Glück habe ich das vorher schon etliche male im Kopf durchgespielt. Es ist teil meines Trainings und macht das ganze eigentlich so unmöglich. Mit einem 5er Schnitt (5 Minuten / km) rannte ich also in Richtung Lände los. Es war ziemlich warm da draußen am Kanal, es hinderte mich aber nicht daran, den 5er weiter zu laufen. Die ständigen Wegbegleiter ca. 140.000 Zuschauer an diesem Tag, sind sicher auch mit ein Grund, die Strapazen besser verkraften zu können. Endlos scheinende Menschenmassen säumten den Weg am Main-Donaukanal. Läufer um Läufer konnte ich überholen und war sehr glücklich darüber. Im Hinterkopf fing ich an zu rechnen. Eine Zeit unter 10 Stunden? Mit dem Ziel vor Augen versuchte ich so lange als möglich keine Gehpausen einzulegen. Beim Essen und Trinken blieb ich nicht stehen bis ich schließlich bei km 39 einen unheimlichen Krampf im rechten Oberschenkel bekam. Nach kurzem Dehnen konnte ich aber wieder weiter laufen. Die letzten 3195 m waren aber mit dem kurz zuvor verschärften Tempo von 4:30 Minuten / km nicht mehr zu machen. Dennoch ging es immer und nur in eine Richtung weiter.


Glück, wie es nicht beschreibbar ist, empfand ich, als ich die letzten Steigungen hinter mich brachte und den blauen ca. 200 m langen Teppich vor mir sah. Ein Korridor von ca. 2 Meter, applaudierende Zuschauermassen links und rechts, Kinder halten dir die Hände entgegen und wollen mit dir Abklatschen, der Stadionsprecher am stimmlichen Anschlag. Der Weg führt direkt in ein tosendes Stadion, dorthin wo das legendäre Ziel des „Quelle Challenge Roth“ steht. Meine letzten Meter. Ohne Worte.   


Triathlon ist ein ehrlicher Sport, bei dem du alles gibst, aber auch vieles wieder bekommst.


Bis zum nächsten mal!


Michael Denifle
Endzeit: 10:01:27 –
www.challenge-roth.com





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