Am Sonntag den 03.07.2005, um 07:00 Uhr, viel für Denifle Michael der Startschuß zu seinem ersten IRONMAN (= 3,8km swim, 180km bike, 42,195km run). Für uns hat er einen interessanten Bericht darüber verfasst.
Ein Fest der Gefühle!
Als ich am Sonntag den 03.07.2005, um 04:00 Uhr, aufgestanden bin, wusste ich noch nicht so recht, was mich an diesem Tag, meinem 1. Ironman, erwarten würde. Um 04:30 Uhr gab es ein kleines Frühstück und um 05:15 Uhr saßen wir (meine Frau und Freunde) bereits im Auto und fuhren in Richtung Klagenfurt.
Die Nervosität stieg in Halsnähe. Noch ein kurzes Aufwärmprogramm und dann ab in den Neoprenanzug. Um 06:50 Uhr stand ich in mitten von ca. 2000 Athleten die sich dasselbe Ziel gesetzt hatten. Finishen!
07:00 Uhr: Der Startschuss zu einem sehr langen Tag war gefallen und das gesamte Feld stürmte in das Wasser des Wörthersees. Ein harter Kampf begann. Die tausenden Zuschauer jubelte und feuerte uns an. Höllenstimmung!
Nach 2 km Schwimmstrecke kam ein kurzer Landausstieg auf uns zu. Die Zuseher und DJ´s heizten uns während des kurzen Laufsplits ordentlich ein und so waren die nächsten 1000 m Schwimmen schnell hinter uns. Die letzten 800 m wurden im Lendkanal geschwommen. Dabei standen die Menschen links und rechts am schmalen Lendkanal, teilweise sogar auf Brücken über dir und peitschten dich regelrecht zum Landausstieg im Europapark, dem Ende der Schwimmstrecke.
Die 3,8 km Schwimmen konnte ich in einer Zeit von 01:04:38 Stunden und ein paar blauen Flecken hinter mich bringen. Der 1. Teil der Ironmandistanz war geschafft.
Der Wechsel zum Radfahren war schnell vollzogen und ich fuhr schon das 1. Mal in Richtung St. Egyden und Rupertiberg. 180 anstrengende Kilometer galt es zu bewältigen, wobei 3-mal auf den Rupertiberg gefahren werden musste, der höchste Punkt der Radstrecke.
Zuschauermassen standen fast auf der gesamten Strecke am Straßenrad und gaben dir keine Chance dich mal hängen zu lassen. Mit permanentem Druck auf dem Pedal und 3-mal Rupertiberg, fuhr ich nach 05:19:35 Stunden, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 35 km/h zum nächsten Wechsel in den Europapark.
Zack Zack, Laufschuhe an und raus auf die 42,195 km lange Marathonstrecke. Der erste Teil des Marathons verging wie im Flug. Nach einer Halbmarathonzeit von 01:50:25 Stunden, kam was nicht aufzuhalten war. Der legendäre Mann mit dem Hammer war da. Es war wohl eher Obelix mit einem Hinkelstein. Meine Beine wollten nicht mehr. Die Bereitstellung meines mentalen Maximums war erforderlich um die restliche Marathonstrecke zu bewältigen. Ich konzentrierte mich bei jedem Schritt. Nur nicht stehen bleiben. Kilometer um Kilometer brachte ich so hinter mich.
Da war sie plötzlich! Die letzte Linkskurve. Alle waren da und warteten auf mich, meine Frau, Eltern und Freunde. Wahnsinn! Hunderte von Zuschauern standen dicht gedrängt auf den Tribünen, klatschten und schrieen, vom Zielmoderator angefeuert, der meinen Namen über die Lautsprecher rief. Das Tor mit der Aufschrift IRONMAN stand vor mir. Ich glaubte es nicht. 10:26:42 standen da auf der Anzeigentafel.
Die Schmerzen waren vergessen. Ich war am Ende meiner Kräfte und am Ziel meines monatelangen harten Trainings.
Danke, dass ich dabei sein durfte. Bis zum nächsten mal.
Michael Denifle
Was ich an diesem Tag erlebt habe, bleiben Erinnerungen fürs Leben.
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